Protestantische Kirchengemeinde Neunkirchen am Potzberg

Gemeindeblättchen Nr. 103, April 2004


Konfirmation - nur wegen der Geschenke?

Gedanken zur Konfirmation

von Pfarrer Michael Comtesse

Willkommen in der Gemeinde

Konfirmation - nur wegen der Geschenke? Das sagt man manchmal so und vielleicht sieht es ja auch so aus, dass sich die Jungen und Mädchen nur wegen des Geldes und der Geschenke konfirmieren ließen.

Aber ich glaube das einfach nicht, dass es den Konfirmandinnen und Konfirmanden bei ihrem Fest wirklich nur um die Geschenke geht, oder um die schöne Kleidung und das viele Geld. Wir Erwachsenen machen den Jugendlichen ja leider oft genug vor, dass Geld alles sei und das Auto, der Urlaub und der Schmuck. Die Jüngeren können dafür deshalb erst einmal gar nichts, wenn sie das manchmal auch glauben und meinen, allein diese Dinge seinen wichtig. Sie spiegeln zunächst einmal die Werte ihrer Eltern. Auch die Un-Werte. Wenn die Eltern z.B. keine kirchliche Bindung haben und nie den Gottesdienst mit ihnen in der Konfirmandenzeit besuchten, ja, woher sollen sie es denn dann gelernt haben, wie man sich in der Kirche benimmt?

Und vergessen wir nicht: Das Geld, das wir den Konfirmandinnen und Konfirmanden an ihrem Festtag schenken, ist ja auch eine Möglichkeit, mit der wir ihnen unsere Wertschätzung zeigen.

Dass es bei der Konfirmation nicht nur um Äußerlichkeiten oder um den schnöden Mammon geht, das wissen die Jungen und Mädchen in ihrem tiefsten Herzen, so behaupte ich. Sie haben eine Ahnung davon, dass Konfirmation etwas Tieferes ist. Dass da etwas geschieht, was nur schwer in Worte zu fassen oder mit den Händen zu greifen ist. Dass sich da nämlich der große Gott tief hinunterbeugt und für einen Augenblick die Seele eines Menschen berührt.

Ja, das tut er wirklich. Es segnet, er verspricht seinen Schutz und er meint es so ernst damit, dass er das Mädchen oder den Jungen noch bittet, die Seele nicht verderben zu lassen. Der Wert eines Lebens ist eben nicht der Geldbeutel und nicht der Anzug oder das Auto, auch wenn es oft so aussieht. Diese Dinge sind nötig und nützlich und manchmal auch sehr schön - aber sie sind nicht der Wert oder der Sinn. Der Wert eines Lebens ist die Liebe, wie schon immer. Und nur die Liebe. Das wissen natürlich auch die Konfirmanden und ihre Eltern, hoffe ich. Aber wir alle vergessen das so leicht im Alltag des schnellen Rechnens und Rennens nach irgendwelchen Schnäppchen und in unserem Bedürfnis, vor anderen gut dazustehen und sie möglichst zu übertreffen. Dann erinnert uns Gatt daran. Er segnet. Er berührt unsere Seele. Und bittet dann wieder wie schon so oft: Vergiss nicht: Am Segen ist alles gelegen und: Lasst alle eure Dinge in der Liebe geschehen.

Ohne Segen kein Leben und: Leben ist Liebe; oder es ist kein Leben.

Es grüßt Sie

Ihr Michael Comtesse

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