Protestantische Kirchengemeinde Neunkirchen am Potzberg

Gemeindeblättchen Nr. 120, Februar 2007


Neues schaffen

Zur Jahrelosung 2007

 

Jahreslosung 2007
"Neues schaffen" - darauf hoffen Menschen zu Beginn eines neuen Jahres. Wenn das alte eher "durchwachsen" war und man es gerne hinter sich lässt, dann ist die Hoffnung groß, dass ein neues Jahr auch viel Neues und Gutes bringt.

"Neues schaffen" - das wünschen sich Menschen im Zusammenleben mit anderen Menschen in der Familie, bei der Arbeit, im Verein, in der Nachbarschaft. Der Streit, der vielleicht das gemeinsame Leben gelähmt, soll ein Ende haben.

Das Alte, das so lange wie eine Drohung in der Luft hing, soll möglichst lautlos weggefegt werden und Platz machen für Gutes und Neues. "Neues schaffen" - das erwarten Menschen, die lange genug unter dem Alten gelitten haben. Die Kranken, die endlich wieder gesund werden wollen, die Menschen ohne Arbeit, die so viel erhoffen vom wirtschaftlichen Aufschwung, die Eltern, die den beruflichen Abschluss ihrer Kinder herbeisehnen.

Der Wunsch nach Neuem ist groß zu Beginn eines neuen Jahres. Jeder von uns könnte noch eigene Wünsche hinzufügen.

Die Jahreslosung für dieses Jahr 2007 nimmt unsere Wünsche nach Neuem auf mit einem Versprechen, das Gott einst, 600 Jahre vor Christi Geburt, dem Volk Israel gab.

Ein großer Teil von ihnen befindet sich zu dieser Zeit im Exil in Babylon. Obwohl es den Menschen dort nicht schlecht geht, plagt sie Heimweh. Vor allem die, die selbst vertrieben wurden, haben sich die Hoffnung bewahrt, einmal zurückkehren zu dürfen. Im Alten Testament ist öfter davon die Rede. Gott hat die Verbannten aber nicht vergessen, sondern hat ihnen Propheten geschickt Einer von ihnen war der zweite Jesaja. Seine Botschaft ist tröstlich und Mut machend. Neues Leben unter den gegebenen Bedingungen ist möglich, so sagt er, weil Gott bei seinem Volk ist, was auch immer geschieht. Dieser Gott steht zu den Menschen, gerade auch jetzt im fremden Land. Er will Gutes für sein Volk. Darum führt er sie dann auch nach 50 Jahren nach Hause zurück.

Gott hält, was er verspricht.

Siehe ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht?

Wir machen uns auf den Weg in ein neues Jahr. Aus dem zu Ende gegangenen Jahr nehmen wir viele Erfahrungen und Eindrücke mit in das neue hinein. Die Jahreslosung will uns Mut machen, uns von Enttäuschungen und entmutigenden Erfahrungen des vergangenen Jahres nicht weiter bedrücken und entmutigen zu lassen. Wir dürfen das alles hinter uns lassen, weil Gott etwas "Neues" mit uns vorhat.
Was kann ich denn dazu beitragen, dass der lähmende Streit in der Familie, am Arbeitsplatz oder im Dorf endlich begraben werden kann? Was könnte ich verzeihen - und wo um Verzeihung bitten? Sicher, manches Mal braucht es eine gute Portion Geduld und manchmal auch ein kleines Geschenk. Aber Knoten lassen sich lösen. Auch bei mir.

Und der Kranke, der auf Gesundung hofft? Die kann ich ihm nicht geben; aber ich kann Gott bitten, er möge ihm beistehen. Fürbitte ist etwas Wunderschönes. Etwas, das in mir wachsen und Neues Schaffen kann. Vielleicht sollte ich sie viel mehr pflegen im neuen Jahr. Manchmal kann ich nichts tun; dann kann ich aber immer noch beten.
Und besuchen kann ich den Kranken auch, oder ihm schreiben. Vielleicht kann ich ihn damit ein wenig heilen, wenn er schon nicht wieder gesund wird.

Und die Menschen ohne Arbeit? Kann ich da helfen? Mut zu machen ist oft schon sehr schwer. Etwas ist schon, wenn ich mich vor losen Sprüchen und leichtfertigen Urteilen hüte. Viel, wenn es mir gelingt ihm zu vermitteln, dass vor Gott jeder Mensch gleich wertvoll ist, ob er Arbeit hat oder nicht.

Siehe ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht?

Gott schafft Hoffnungsvolles, Neues.
Nur - um es auch zu erkennen, muss ich ganz genau hinschauen und hinhören, offen bleiben für immer neue Erfahrungen mit Gott. Die Jahreslosung lädt uns deshalb ein, mit offenen Augen durch das Jahr 2007 zu gehen. Wir werden dabei Gottes Spuren in unserem Leben entdecken. Wir dürfen ihnen folgen und mithelfen, dass das "Neue" das darin zum Vorschein kommt, seinen Lauf nehmen kann.

Ihr

Michael Comtesse

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