Protestantische Kirchengemeinde Neunkirchen am Potzberg

Gemeindeblättchen Nr. 121, April 2007


Kraft für das Leben

... Endlich Ostern!

 

Ostern
Ein Frühlingstag auf dem Friedhof. Blau wölbt sich der Himmel; in den Zweigen der Bäume zwitschern die Vögel und die Forsythien blühen. Der Sonnenschein ist warm auf der Haut, die Natur erwacht zu neuem Leben. Man könnte jubeln vor Freude - doch wir müssen einen Menschen zu Grabe tragen. Die Angehörigen folgen weinend dem Sarg.

Kaum auszuhalten ist bisweilen die Spannung, in der unser Leben steht. Zwischen Schönem und Schwerem, zwischen Leben und Tod. Nicht nur an diesem Tag auf dem Friedhof. Sondern auch Abend für Abend, wenn man die Nachrichten einschaltet: Bilder aus Bagdad, dem Gazastreifen, dem Sudan. Rauchwolken über den Häusern. Leichen in den Straßen und flüchtende Menschen. Grell und gnadenlos sind diese Bilder des Todes und der Zerstörung. Manchmal erschlagen sie einen fast. So übermächtig erscheinen sie, dass man meinen könnte, es gebe kein Gegengewicht, um ihnen etwas entgegenzuhalten.

Ostern erzählt aber etwas anderes: Jesus ist auferstanden, er wurde von Gott aus dem Tod geholt. Gott höchstpersönlich hat Position bezogen im Spannungsfeld unserer Wirklichkeit, und er wirft seine Kraft in die Waagschale des Lebens.
Sie mögen grell und laut sein, die Bilder des Todes, die uns Fernseher und Zeitung ins Haus tragen. Gott selbst sorgt dafür, dass das Leben den längeren Atem hat. Jedes Jahr zur Osterzeit wirbt er mit sanften Farben und zarten Tönen um mein Vertrauen in seine Kraft. Er pflanzt mir Hoffnung ins Herz, die mich stark und mutig macht. Und ich halte den Bildern des Todes fast trotzig entgegen: Am Ende ist die Liebe stärker als die Gewalt. Und der Frieden wird den Krieg überdauern. Denn Gott selbst setzt seine Kraft für das Leben ein. Und er lässt es siegen über den Tod.

In unseren Ostergottesdiensten feiern wir diesen Sieg des Lebens über den Tod.
Feiern Sie mit!
Ein fröhliches Osterfest wünscht Ihnen

Ihr

Michael Comtesse

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