Protestantische Kirchengemeinde Neunkirchen am Potzberg

Gemeindeblättchen Nr. 122, Juni 2007


Pfingsten

- ein neuer Himmel, eine neue Erde

 

Pfingsten
Das ist unsere Realität: Drei von vier Deutschen wissen nicht, was an Pfingsten gefeiert wird. 62 Prozent hätten "keine Ahnung", dass das Pfingstfest 50 Tage nach Ostern als "Geburtstag der Kirche" gefeiert wird und den Jüngern der Heilige Geist Gottes gesandt wurde, damit sie das Evangelium in der Welt verbreiten, ergab eine Emnid-Umfrage. 13 Prozent meinten zwar, es zu wissen, lagen aber mit ihrer Antwort daneben. Nur jeder vierte Deutsche (25 Prozent) weiß der Umfrage zufolge, was es mit Pfingsten auf sich hat.

Nachlesen können Sie es in der Bibel im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte. Da kommt beim ersten Pfingsten der Christen in Jesusalem der Geist Gottes über sie. Was für ein schönes und fröhliches Ereignis! Neues Atmen von Gott her, Wind, Sturm, Feuer, Flammen der Begeisterung. Wie ein Brausen von vielen Stimmen: Alte und Junge, Frauen und Männer, Menschen aus aller Welt. In den Gassen Jerusalems wird verkündigt, hört man Worte, die ins Herz treffen, eine Botschaft, die nach allen Seiten weitergesagt wird. Da wird eine Sprache gesprochen, die alle verstehen, Menschen aus Ost und West, aus Nord und Süd. Eine Sprache für alle, die Sprache Gottes. Nichts mehr verwirrt - wie damals beim Turmbau in Babylon. Im Gegenteil: Ein Wunsch, ein Wille, etwas zu tun, mit anderen, für andere. Ein Leben miteinander, wo geteilt wird. Allen gemeinsam gehört das ganze Land.

Und sie beten miteinander. Und in ihren Häusern feiern sie in jubelnder Freude und mit reinem Herzen das gemeinsame Mahl. Und sie werden mehr, immer mehr Pfingsten: Himmel auf Erden. Den Gott zu sich nahm in den Himmel, der ist im Geist mitten unter ihnen, Jesus der Christus. Nicht mehr sichtbar vor Augen. Als ob eine Wolke ihn einhüllte. Aber doch ganz da, ganz gegenwärtig. Gegenwärtig bis heute. In der Kraft pfingstlichen Geistes. Aufgefahren gen Himmel, auf dass er alles erfülle.

Wir wissen: Jesus ist nicht hochgefahren in den sichtbaren Himmel über uns, blau oder grau, Mit Wolken oder ohne. Die Engländer nennen diesen Himmel "sky". Nein, Jesus ist eingegangen zu Gott in einen Himmel mitten unter uns. Die Engländer nennen ihn "heaven". Jesus ist aufgehoben auf eine andere Weise. Von innen her. Der Innen-Himmel tiefster menschlicher Erfahrungen ist sein Ort. Hier ist Gott. Hier streckt er seine Hand aus. Hier ist jeder, der glauben kann. Hier sind Menschen, die entweder mit ausgebreiteten Händen aufschauend er- kennen oder ihr Gesicht mit den Händen bedeckend zutiefst verstummen.
Mit Raumfahrt hat das nichts zu tun. Es hat mit Liebe zu tun. Mit Eingehüllt-Werden und Aufgenommen-Sein.

Mich begeistert
ein Gottesdienst,
in dem ich den
Heiligen Geist
lebendig spüre.
Anselm Grün,
Benediktinermönch

"Schaut nicht nach oben", wird den Jüngern in der Lukasgeschichte von der Himmelfahrt im ersten Kapitel der Apostelgeschichte gesagt: Mitten unter euch ist der Himmel. Überall dort, wo ihr Gott und Christus Macht zugesteht. Überall dort, wo ihr im Geiste Christi wirkt und betet An solchen Orten gibt es keine Hölle. Eine Hölle mit Flammen und Teufeln irgendwo in der Unterwelt gibt es sowieso nicht Wohl aber eine Hölle unter Menschen, wenn einer dem andern das Leben zur Hölle macht Böse und gemein. Diese Hölle aber kann durch den Himmel Gottes überwunden werden. Und durch den Geist von Pfingsten.

Ein Feuer ist entzündet. Viele träumen eine Welt, neu und wunderbar. Viele tun etwas für diese Welt, sodass andere verblüfft staunen. Glühende Wor- te, glühende Taten, ein neuer Himmel, eine neue Erde...
Den Anbruch dieser neuen Zeit, den Geburstag der Kirche wollen wir an Pfingsten in unseren Gottesdiensten mit einem Familiengottesdienst zusammen mit den Kindern des Kindergottesdienstes feiern.

Feiern Sie mit! Es grüßt Sie

Ihr

Michael Comtesse

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