Protestantische Kirchengemeinde Neunkirchen am Potzberg

Gemeindeblättchen Nr. 132, Februar 2009


Unmögliches wird möglich

... Betrachtung zur Jahreslosung

 

Was bei den Menschen unmöglich ist,
das ist bei Gott möglich
Lukas 18,27
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich

Dieses Bibelwort erwartet uns als Jahreslosung an der Schwelle des neuen Jahres 2009.

Was bei den Menschen unmöglich ist ...
da muss ich am Anfang des Jahres als Erstes an die vielen guten Vorsätze denken. Gehören Sie auch zu denen, die solche guten Vorsätze für das neue Jahr haben? Viele nehmen sich vor, im neuen Jahr auch in ihrem Leben etwas neu zu gestalten und schlechte Gewohnheiten aufzugeben.

Das ist meine letzte Zigarette, ab morgen rauche ich nicht mehr, verspricht einer, und der zweite nimmt sich vor, weniger zu trinken. Mehr Zeit für die Kinder, öfter mal joggen oder weniger Fernsehen. Die Erfahrung zeigt: In den wenigsten Fällen ist es möglich, den guten Vorsatz einzuhalten oder gar durchzuhalten.

Was bei den Menschen unmöglich ist ...
Ich finde es eigentlich schade, wenn man sich nichts Neues vornimmt für das neue Jahr. Es geht dann einfach so weiter, wie es im vergangenen Jahr war. Nichts Neues, es bleibt altes beim Alten. Kein Versuch etwas anders zu machen, wahrscheinlich auch keine großen Erwartungen an das neue Jahr, keine Hoffnungen, Wünsche, Träume.
Doch was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.
Das klingt für mich wie eine Einladung, es doch wenigstens zu probieren. Nicht alles beim Alten zu lassen. Den Jahreswechsel als eine gute Chance zu sehen, Neues zuzulassen. Nicht aus eigener Kraft, aber im Vertrauen auf Gott kann das Unmögliche möglich werden, kann das neue Jahr wirklich Neues bringen.

Was bei den Menschen unmöglich ist ... Die Politik erscheint vielen zunehmend hilflos gegenüber den Herausforderungen unserer Zeit. Auf den unbestreitbaren Klimawandel finden sich keine überzeugende Alternativen. An der Atomkraft scheiden sich die Geister. Die Maßnahmen, mit der man der Finanzkrise zu begegnen sucht, sind nicht überzeugend. Das Ausmaß wie man durch zusätzliche Schulden kommende Generationen belastet, bleibt unverantwortlich. Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer.
Was heißt es da, auf Gott zu vertrauen, bei dem das Unmögliche möglich ist? Vielleicht heißt es, dass wir auf die unumgängliche Veränderung nur hinarbeiten können, wenn wir versuchen, das Unmögliche zu realisieren. In diesem Jahr ist der große Umbruch im Osten 20 Jahre her, doch ich kann mich noch gut daran erinnern: der Fall der Mauer, die Öffnung der Grenzen, die Vereinigung der beiden deutschen Staaten und die Umgestaltung des früheren Ostblocks - was 1989 möglich wurde, hatte ich wie viele andere damals für unmöglich gehalten. So wie auch die Tatsache, dass einmal ein Schwarzer Präsident der Vereinigten Staaten Amerikas werden würde.

Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.
Gott traut uns zu, den unmöglichen Weg zu gehen. Er traut uns zu, dass Neues geschehen kann, weil das Unmögliche bei ihm möglich ist. Im Rückblick weiß ich dann, dass das geht.
Ich nehme an, Sie kennen das auch: Da gab es Situationen in meinem Leben, da habe ich gedacht: Das schaffe ich nie. Das halte ich nicht durch. Jetzt ist alles aus. Doch dann war die Kraft dafür da. Neue Türen taten sich auf. Gott hat das Unmögliche möglich gemacht. Mit solchem Gottvertrauen können wir in das neue Jahr gehen. Gott traut es uns zu. Ich wünsche uns, dass wir im neuen Jahr alles von Gott erwarten.
Jeder der 365 Tage ist ein Geschenk an uns, voll großer und kleiner Wunder und Uberraschungen. Wenn wir dafür offen sind, kann das Unmögliche geschehen und die Losung kann uns zur Verheißung werden:
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich

So ist es.
Es grüßt Sie

Ihr

Michael Comtesse

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