Protestantische Kirchengemeinde Neunkirchen am Potzberg

Gemeindeblättchen Nr. 138, Februar 2010


Nicht erschrecken!

 

Starkes Herz
"Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich." Mit dieser Losung gehen wir in das Neue Jahr.
Erschreckt nicht - das ist ein guter Wunsch fürs Jahr 2010. Denn 70% der Deutschen sollen laut Umfrage eher pessimistisch und mit einem "erschrockenes Herz" ins Neue Jahr gehen. In ihrer Neujahrsansprache stimmte uns die Bundeskanzlerin auf manche erwartete Schwierigkeit ein. Von 44 Branchen rechnen mehr als die Hälfte mit Stellenstreichungen. Ein Jahr der Jobkrise ist uns vorausgesagt mit allem, was das nach sich zieht. Wir haben guten Grund, ein "erschrockenes Herz" zu haben. Aber Jesus meint: lasst euch nicht leiten von eurem erschrockenen Herzen. Nehmt den Schrecken und die Angst nicht als Ratgeber. Man kann wohl ein erschrockenes Herz haben, aber man muss sich nicht davon leiten lassen.

Zur Angst gibt es nur eine Alternative: Vertrauen. "Glaubt an Gott und glaubt an mich", sagt Jesus in den sogenannten "Abschiedsreden Jesu" im Johannesevangelium zu seinen Jüngern. Und das ausgerechnet in einer Situation, in der er sie alle enttäuschen wird. Er wird nicht die Macht im Land übernehmen. Er wird an den Mächtigen des Landes scheitern. Sein Tod steht unmittelbar bevor. Und doch: "Glaubt an Gott und glaubt an mich." Vertrauen gegen den Augenschein?

Gott vertrauen, auch wenn das schöne Projekt nicht klappt? Gott vertrauen, wenn völlig unklar ist, wie es weitergehen soll? Im Beruf, in der Beziehung? Gott vertrauen, auch wenn mir mit dem Tod eines lieben Menschen der Boden unter den Füßen weggezogen und mein Leben über den Haufen geworfen wurde?

Gottvertrauen ist meistens ein Vertrauen gegen den Augenschein. Gottvertrauen ist eine Entscheidung, nicht dem zu folgen, was Prognosen, Umfragen und Erhebungen nahelegen; dann zu sagen: Was soll's? man kann ja doch nichts machen. Rette sich wer kann.

Warum aber sollen wir gegen den Augenschein vertrauen? Weil es mehr gibt als die eigene kleine Kraft. Es gibt eine Kraft, die weit über unser Vermögen hinausgeht. Es gibt einen Frieden, der höher ist als unsere Vernunft. Gott vertrauen ist, wie wenn man in einen großen Fluss einsteigt und sich forttragen lässt von der Kraft der Strömung. Wir müssen nicht alles alleine schaffen. Wir brauchen nur einzusteigen in diesen Fluss und uns mittragen lassen von der Strömung, von Gottes Geist, von der Kraft, die in den Worten Jesu liegt. Gott kann aus unserer kleinen Kraft etwas Großes machen. Wir dürfen gespannt sein.

Dass Sie im Vertrauen auf Gottes Beistand unerschrocken und mutig in das neue Jahr gehen können
wünscht Ihnen

Es grüßt Sie

Ihr

Michael Comtesse

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