Protestantische Kirchengemeinde Neunkirchen am Potzberg

Gemeindeblättchen Nr. 139, April 2010


Seht, der Stein ist weggerückt!

 

Den Stein wegrollen
Nach der Hoffnungslosigkeit des Karfreitags entdecken die Frauen am Ostermorgen:
Seht, der Stein ist weggerückt, vom Grab weggerollt!
Das Unfassliche ist passiert: da, wo Tod war, Hoffnungslosigkeit, da ist nun Leben, keimt neue Hoffnung. Da, wo das Ende einer neuen Geschichte Gottes mit den Menschen gekommen schien, besiegelt durch den Stein, da geht die Geschichte weiter - unerwartet, unerhofft, unbegreiflich.

Es ist kaum zu glauben, der Stein ist weg. Gott hat nicht nur den Stein als Zeichen des Todes vom Grab gerollt, Gott hat den Tod überrollt, hat den Tod von unserem Leben genommen.
Die Frauen können es kaum glauben, es bleibt nur Staunen: der Tod ist nicht mehr das Letzte. Der Tod hat nicht mehr das letzte Wort. die letzte Macht. Der Stein des Todes, der schwer und mächtig über dem Leben lastet, wird so leicht. Das Leben kann über ihn hinwegrollen. Gottes Liebe lässt sich nicht von den Menschen unter Verschluss noch so mächtiger Steine bringen, auch der Tod kann der Liebe Gottes zu den Menschen kein Ende machen.

Der Stein des Todes, des Leides wird weggerollt und wird zum ersten Stein in einer neuen und zugleich alten Geschichte zwischen Gott und den Menschen: der unendlichen Geschichte der Liebe Gottes zu den Menschen.
Es ist von Ostern an wirklich die unendliche Geschichte, denn wir dürfen die Hoffnung haben, dass diese Geschichte nie zu Ende geht und wir bei Gott von nun an für alle Zeiten lebendig sind. So wie der Stein vom Grab weggerollt wurde, so will Gott auch in unserem Leben die Steine wegrollen.
Steine, die uns das Leben schwer machen. Steine, die uns zum Weinen bringen. Steine der Trauer, des Schmerzes, des Leidens.
Jeder und jede von uns, auch schon Kinder, schleppen solche Steine mit sich herum. Manche Steine sind ganz schwer. Wir haben das Gefühl, diese Steine nie loszuwerden.

Wir feiern Ostern und an Ostern gibt uns Gott das Versprechen, die Steine aus unserem Leben wegzurollen. Deshalb sind wir an Ostern eingeladen, die Steine, die uns wie ein Klotz am Bein oder gar wie ein Mühlstein um den Hals unser Leben schwer machen, dem vor die Füße zu legen, der von sich gesagt und es allen am Ostermorgen gezeigt hat:
Ich lebe und ihr sollt auch leben! (Johannes 14, Vers 19).

Sie sind herzlich eingeladen, mit uns fröhlich Ostern zu feiern

Ihr

Michael Comtesse

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