Protestantische Kirchengemeinde Neunkirchen am Potzberg

Gemeindeblättchen Nr. 140, Juni 2010


Pfingsten

 

Pfingsten

Fünfzig! - So heißt kurz und knapp eines der wichtigsten Feste der Christen.

Das glauben Sie nicht? Doch, Sie kennen es alle.

Pfingsten, das Wort kommt vom griechischen “Pentekoste“ und das heißt ganz einfach: Fünfzig! Gemeint sind 50 Tage nach Ostern. Ja, und so kurz und seltsam sein Name ist, so sehr fristet Pfingsten auch ein Mauerblümchendasein unter allen kirchlichen Festen: Dabei gäbe es kein einziges kirchliches Fest ohne Pfingsten. Denn ohne Begabung mit dem Heiligen Geist wären die Jünger rückwärtsge wandte Menschen geblieben, hätten vielleicht Gedenkfeiern auf Jesus abgehalten, aber keine Gemeinde gegründet. So ist Pfingsten auch der Geburtstag der Kirche.

Und die hat übrigens einen Geburtstagswunsch an Sie. Ob Sie den erfüllen können? Ganz sicher! Gehen Sie doch einfach mal wieder hin zum Gottesdienst, schließlich gehören Sie doch mit dazu. Sie glauben gar nicht, wie gut das dem Pfarrer tut, wenn da eine richtige Menge ihm zuhört und: Sie haben ja vielleicht ganz vergessen, wie gut Ihnen das tun kann!

Um den Heiligen Geist geht es am Pfingstfest. Aber was ist der Heilige Geist? Lukas beantwortet in seiner Pfingstgeschichte diese Antwort nicht. Er sagt nur: Heiliger Geist ist wie Feuer, wie Sturm. Aber er beschreibt, wie der Heilige Geist wirkt. Er verändert Menschen. Aus stummen Jüngern, die sich von Jesus verlassen fühlen, werden Begeisterte, die öffentlich das Wort ergreifen.

Die Erntefestgemeinde, die in Jerusalem wie gewohnt feiern will, wird aufgestört.Ein anderer Wind weht da auf einmal.

Kein Gottesdienst hinter verschlossenen Türen. Gottes Geist hat etwas gegen geschlossene Gesellschaften, reißt Fenster und Türen auf und drängt nach außen in die Offentlichkeit.

Und dieser Geist zielt auf Verständlichkeit. Das Reden der Jünger kann jeder verstehen: “Sie loben die großen Taten Gottes!“, staunen die Zuhörer.

Und ihre Reaktion? Ergriffenheit und Glaube - aber auch Ratlosigkeit und Spott - so verschieden sind die Reaktionen. Man kann den Heiligen Geist durchaus mit Weingeist verwechseln. Er erzwingt keinen Jubel, nur: Er zwingt zur Stellungnahme.
So wirkt der Heilige Geist. "Wirkt"? müßte es nicht heißen: "Wirkte"? In der Tat, die Kirche hat oft genug versucht, die wilde Taube des Geistes zu einem flügellahmen Vogel zu machen. Darum kann sie auch an Pfingsten nicht triumphal ihren Geburtstag feiern, sondern muss bitten: "Komm, Schöpfer Geist!"
Feiern Sie mit?

Ein frohes Pfingstfest wünscht Ihnen

Ihr

Michael Comtesse

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