Protestantische Kirchengemeinde Neunkirchen am Potzberg

Gemeindeblättchen Nr. 142, Oktober 2010


Dank sei Gott!

 

Erntedank
Wie oft hat jdeder von uns schon "Gott sei Dank" gesagt? schnell sagt man das nur so dahin, ohne dabei an Gott zu denken? Es ist eine Floskel geworden.
In diesem Jahr fallen das kirchliche Erntedankfest und der Tag der deutschen Einheit auf denselben Tag. Ein kirchlicher und ein politischer Feiertag, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Beim genaueren Hinsehen wollen beide Feste uns erinnern, dankbar zu sein. Dank für die wiedergewonnene deutsche Einheit vor 21 Jahren und Dank für die gute Ernte in diesem Jahr.
Im Deutschen liaegen die Worte Danken und Denken ganz nahe beieinander. Wer denkt, der dankt. Oder mit anderen Worten: Wer nachdenkt, erinnert sich an den Grund zum Danken. Trotz der vielfältigen Probleme mit der Arbeitslosigkeit in unserem geeinten Deutschland können wir dankbar für die Deutsche Einheit sein. Wer will denn ernsthaft zurück in die Bevormundung des SED-Staates? Wir müssen uns nur erinnern, was es in der DDR an Willkür, Ungerechtigkeit und Benachteiligung von Andersdenkenden gab.
Gewiss haben wir in der Bundesrepublik Deutschland nicht die Gerechtigkeit auf Erden, aber wir haben einen Rechtsstaat, in dem wir uns für unsere Rechte einsetzen können, ohne dafür von vornherein ausgegrenzt oder eingesperrt zu werden.

Der andere Dank bezieht sich auf die gute Ernte. Die Kirchen werden wieder geschmückt sein und es finden besonders gestaltete Gottesdienste statt. Für viele Menschen aber gibt es keinen Bezug mehr zur Ernte. Die Nahrungsmittel sind reichlich zu kaufen. Unser Problem ist nicht das Maß an Essen, sondern das maßvolle Essen. Zu DDR-Zeiten hieß es: Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein. In den letzten Jahren haben wir durch Überschwemmungen, Hagel und langanhaltende Trockenheit gespürt, dass das nicht die Wahrheit ist. "Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand", hatte Matthias Claudius vor 230 Jahren gedichtet.
Ein mutiger Pfarrer in der DDR hat auf ein Transparent geschrieben: "Ohne Sonne ohne Gott geht die ganze Welt bankrott".
Daran sollten wir uns erinnern am Tag der Deutschen Einheit und zum kirchlichen Erntedankfest.

Ich lade Sie sehr herzlich ein, am 3. und 10. Oktober mit uns Erntedank zu feiern!

Ihr

Michael Comtesse

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