Protestantische Kirchengemeinde Neunkirchen am Potzberg

Gemeindeblättchen Nr. 143, Dezember 2010


Drei Tage mehr Advent

 

Advent
"Was machst du denn da am Adventskalender?" - "Ich will das erste Türchen aufmachen" - "Das geht doch nicht!" - "Aber heute ist doch der erste Advent!" - "Ja schon, aber das erste Türchen ist erst in drei Tagen dran, am ersten Dezember!" - "Das verstehe ich nicht!"
Dieser Dialog wird sich in den nächsten Tagen in vielen Familien abspielen. Wenn wir den ersten Advent feiern sind wir noch nicht im Dezember. Durch die Launen des Kalenders ist die Adventszeit bis Weihnachten in diesem Jahr drei Tage länger als es die Adventskalender anzeigen.
Kinder mit Adventskalender ärgert das, denn es bedeutet: Zwei Tage länger warten zu müssen bis man erfährt, was hinter dem ersten Türchen steckt oder sich im ersten Säckchen verbirgt.

Und was bedeuten für Sie drei Tage "zusätzliche" Adventszeit?
Die Adventszeit soll uns daran erinnern, dass wir im Vorläufigen leben, hier "keine bleibende Statt" haben, die Welt noch nicht erlöst ist, das Reich Gottes auf sich warten lässt, eben bis zur zweiten Ankunft Christi. Deswegen war die Adventszeit auch Zeit der Einkehr, Bußzeit.
Adventszeit ist gleichzeitig aber auch Vorbereitungszeit auf Weihnachten, dem Fest, an dem wir die erste Ankunft, die Geburt Jesu, feiern. Vielleicht helfen Ihnen ja diese drei zusätzlichen Tage, sich vorzubereiten. Zum Beispiel, sich zu überlegen, ob Sie nicht dem neu geborenen Kind in der Krippe eine neue Chance geben, in ihrem Leben, Denken und Handeln heranzuwachsen.

Vielleicht nehmen Sie etwas von dieser geschenken Zeit für sich im Schein einer Kerze als Zeit der Stille, zur Vor- und Rückschau, zum Bedenken von Fragen, die in der Hetze des Alltags nicht gestellt werden durften, die sich aber immer wieder verhalten melden.
Vielleicht holen Sie sich einfach mal wieder Ihre Bibel hervor und lesen in ihr, zum Beispiel die Bergpredigt im Matthäusevangellum, Kapitel fünf bis sieben und lassen die Worte mal einwirken. Sie werden merken: Was da steht, brauchen Sie dringend; sicher, wir alle brauchen es, aber eben: Sie auch!
Oder versuchen Sie in der Zeit des Advents etwas Gutes zu tun, indem Sie jemandem einen Brief schreiben, der ihm gut tut. Oder geben Sie eine reichliche Spende für Menschen in Not an "BROT FÜR DIE WELT". Sie werden merken, das wird auch Ihnen gut tun und Ihnen helfen.
Oder nehmen Sie sich Zeit, einen Adventsgottesdienst oder die geistliche Adventsmusik zu besuchen, abzuschalten um sich ganz dem Wort von außen und der Musik hinzugeben. Vielleicht ertdecken Sie ja noch ganz andere Arten der Vorbereitung.
Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen eine gute Ankunft Jesu bei Ihnen,
Ihr

Michael Comtesse

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